
Am Samstag Nachmittag bei schönstem Wetter trafen wir uns hinter dem Bahnhof in St.Gallen. Mit einem Abstecher in Wittenbach um unsere gute Bandleiterin Alice abzuholen machten wir uns auf den Weg ins deutsche Kaufbeuren. Auf der Fahrt gab es interessante Gespräche über die unterschiedlichen Musikvorlieben und zum Geschmack von BubbleTeas und was weiteres so im Team ansteht und wechselt.
Vor Ort wurden wir am Hotel von Anna und Janis herzlich begrüsst. Nur kurz alles verstaut, machten wir uns gemeinsam auf durch die malerische Altstadt von Kaufbeuren und den noch vorhandenen Geschäften. Eine kleine Brotmahlzeit und vorbei am Sarggeschäft kamen wir am Kloster an. An der Eingangspforte erwartete uns Schwester Ursula. Sie stahlte uns mit einem Lachen entgegen, und liess uns herein.
In einer anderen und entschleunigten Welt kamen wir an. Zuerst setzten wir uns im Eingang zusammen und Schwester Ursula erzählte uns bereits vom fleissigen Treiben dieses Tages. Ebenfalls sprach sie über ihren Werdegang und den Weg für Sie ins Kloster. Sie hatte die weltliche Fülle angespart und war fleissig im Erwerbsleben gewesen. Aber ein Ruf ging durch sie und sie vermachte alle ihre Habseligkeiten und ihre grosse Wohnung um schliesslich hier in die Klostergemeinschaft zu kommen. Dass es unter Schwestern nicht nur harmonisch zu und her geht und das die Generationen verschiedene Tagesvorstellungen haben, wurde uns durch sie nähergebracht. Der Zusammenhalt ist jedoch stets gewährt. Nun waren wir an der Reihe. Jeder stellte sich vor und wie teile mit, wie er oder sie Teil dieser Gruppe geworden war. Schwester Ursula war bestrebt sich alle Name zu merken und ging auf jeden einzeln nach seinem Statement ein. Als Beat Grögli dran war, war die Schwester zögernd. Wie spreche ich den Priester an. Beat, Beatus, Herr Grögli, Prister- Don Beatus wurde es schliesslich und ein herzliches Lachen ging durch die Runde.
Nach diesem Beginn wurden wir in den Ausstellungsteil geführt. Die Heilige Crescentia hat hier im Ort ihr Wirken vollbracht. Sodass der Ort im 2.Weltkrieg «verschont» blieb von den Bombern. Crescentia wurde heiliggesprochen und hat hier im Kloster ihren Platz gefunden. Sie betete als Kind unter dem Kreuz und ein Engel begegnete ihr und sprach zu ihr. «Hier sollst du Wohnen». Allen Widrigkeiten ihrer Zeit und einer gemeinen Klosterschwester zum Trotz, wurde sie durch den Willen und einen noch fälligen Gefallen des evangelischen Burgermeister in die Klostergemeinschaft aufgenommen.
Sehr eindrücklich war diese Führung und jeder konnte viel davon mitnehmen. Ein Anhänger oder eine Pilgermünze wurde uns zum Mitnehmen angeboten.
Danach gingen wir in die Kapelle und feierten Gottesdienst. Mit Kommunion, Gesang und Anteilnahme der Klosterschwestern.
Den Abschluss in den Kammern der Schwestern und mit Besuch des Crescentia-Zimmer waren eindrücklich. Viele Geschenke von nah und fern werden hinter Schränken verstaut und zeugen von der Dankbarkeit und dem Wirken der heiligen Crescentia bis in die heutige Zeit und dem tiefen Glauben an ihr Wirken und ihre Heilkraft in diesem Ort.
Nun mussten wir uns verabschieden und liessen die Klostermauern hinter uns.
Später gab es einen feinen Abendschmaus und gute Getränke im Restaurant in der Altstadt. Das Theater hatte ebenfalls offen und eine Premiere, von dieser kam der Grossvater von Janis dazugestossen und wir tauschten uns ausgelassen und wohlwollend aus.
Die Zeit verging schnell und die je später die Stunde, desto mehr sehnten sich alle nach dem Bett.
Am Sonntag hatte es mit Regen in den Tag gestartet. Dies hielt Beat nicht ab in einen Morgengottesdienst zu gehen. Er kam danach zum Frühstück dazu und dann mussten wir bereits aus dem Hotel auschecken. Heute führte uns Anna durch den Tag. Wir fuhren in die benachbarten Dörfer. Am Elternhaus und mit einem Erinnerungsfoto auf der Couch von Anna vorbei weiter zu einem Waldstück. Dort assen wir Mittagessen und wanderten einen Teil des Crescentia Wegs.Wir verbrachten den Nachmittag mit Menschen die den Weg aus der Sucht finden und fest im Glauben halt finden. Danach war es bereits Zeit Abschied zu nehmen. Wir führen mit dem Bus, den Gallus sicher steuerte, wieder nach St.Gallen. Einige Lieder sangen wir auf dem Rückweg aus unserem repertoire und dem Singbuch von Judith. Echt lässig.
-Urs Fässler

