Glaubensvertiefungswoche vom 18. - 22. April 2016, in Schaan

Thema "Im Reich der Barmherzigkeit des Vaters leben"
Erfahrungen von zwei Teilnehmenden:
Das ganze Seminar möchte ich überschreiben als Tage • der liebevollen Begegnungen • des Angenommen-Sein wie auch eine Herausforderung – in die Tiefen der Seele hinunter zu steigen, sich berühren zu lassen, sich heilen zu lassen von der Barmherzigkeit unseres Vaters - Verirrungen zu klären, daran zu arbeiten mit der Hilfe unseres Gottes - überall ist Friede und Licht spürbar... Das Beten in der Kleingruppe hat mich sehr berührt. Danke unserem Vater und Allen, die diese Tage möglich gemacht haben! zwei Berichte .......

 

Die Scripts, die ich zu den Impulsen erhalten habe und die Besinnungsfragen haben mich persönlich angeregt, diese Themen zu „bearbeiten“. Die Themen: Vater/ Vergebung/ älterer Sohn/jüngerer Sohn waren so herausfordernd, dass ich darüber nachdenken und nachspüren „musste“, mein Leben wurde „aufgewühlt“! Ich konnte das Verdrängte nicht mehr wegschieben, es ging nicht mehr! Es war richtig „happig“! – Am liebsten wäre ich nach Hause gefahren! Ich wollte mich nicht mit dem eigenen Leben d.h. mit mir persönlich auseinander setzen. Ich spürte, dass ich mich anders verhalten müsste, das Leben „in mir“ sah anders aus. Und trotzdem, ich konnte nicht nach Hause „fliehen/ flüchten“, irgend „etwas“ liess mich hier bleiben um zu kämpfen!
Hilfreich war für mich, dass ich alles niederschreiben und dann mit einer Vertrauensperson besprechen konnte. So verarbeitete ich meine Gedanken und Gefühle. Ich erkannte, dass jetzt, wo alles ausgebreitet war, ich es auch nicht mehr „einpacken“ konnte! Durch die Impulse kamen immer wieder neue Bereiche aus meinem vergangenen Leben ans Licht. Bereiche, die ich nicht verarbeitet hatte, ehrlich gesagt: verdrängt hatte! So wollte ich z.B. nicht wahrhaben, dass ich meine Ursprungsfamilien-Situation nicht akzeptieren konnte (Soziales Milieu) und glaubte, dass ich „gezeichnet“ davon war und alle Menschen mir dies ansehen konnte. So wollte ich eine andere Person sein!
Als das Thema „Beichte“ angesprochen wurde, erkannte ich, dass kein Weg daran vorbei führt. Mein innerer Kampf des „Hin und Her“ zeigte sich auch daran, dass ich mich wie verbissen am Stuhl in der Kapelle festhielt, bis ich mich entschied, zum Priester zu gehen! Viele Jahre lagen seit meiner letzten Beichte zurück und ich wusste ja nicht einmal, wie „man“ beichtet. Bis jetzt dachte ich immer „ich habe gar nichts zu beichten“! und davon war ich überzeugt. – Die innere Stimme in mir sagte „ich will befreit werden“! So machte ich mich mit dem „Notiz-Zettel“ auf den Weg zur Beichte und bat um Verzeihung und Heilung! Ich wurde herausgefordert, mein Leben auszusprechen, in Worte zu fassen und dazu zu stehen. - - Nach der Lossprechung, Absolution, ging ich als „Befreiter Mensch“ und „locker“ weg. Ich konnte besser atmen und sogar singen.
Meine anfänglichen Widerstände in der Gruppe waren auch gewichen – d.h. meine Lebenssituation hatte ich auf die andern projiziert. Dass das Seminar einige Tage dauerte, war so wertvoll, denn der innere Prozess braucht „Zeit“. Die Zeit der Stille und die Anbetung konnte ich immer besser aushalten, verkosten. Ich möchte zu Hause weiter lernen, mich auszuhalten und der Stimme Gottes „Raum schenken“.

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Frühlingsferien: Zeit für die gute Hausfrau den Frühlingsputz anzugehen oder für den Gärtner, voll Tatendrang den Garten wieder neu zu bearbeiten.
Voll Freude durfte ich jedoch feststellen, dass wir, 31 Glaubensgeschwister, uns anders entschieden hatten: das Thema „Im Reich der Barmherzigkeit des Vaters leben“ hat wohl jedes von uns in besonderer Weise angesprochen. Sicher trug zur Vorfreude ebenfalls bei, dass alle, die das Kloster St. Elisabeth in Schaan schon kannten, sich auch zum Voraus auf das gute Essen freuten!
Leo führte uns in seinen Vorträgen Schritt für Schritt näher in dieses „Reich der Barmherzigkeit unseres Vaters“ ein. So verstanden wir mehr und mehr, was Barmherzigkeit in den Augen Gottes überhaupt bedeutet und spürten an Hand der Geschichte des verlorenen Sohnes, wie sehr wir oft selber gefangen sind und die barmherzige Liebe unseres Vaters nicht annehmen können. Die Frage: Wozu ist Jesus denn auf die Welt gekommen? versuchten wir alle mit vielen guten Gedanken zu beantworten: Er lehrte die Nächstenliebe, die Demut, die Dankbarkeit, zur Vergebung der Sünden…usw. Das Wichtigste aber vergassen wir: Jesus kam um uns heimzuführen, zurück in die liebenden Arme unseres himmlischen Vaters! Welche Geschichte auch immer wir mitbringen, unser Vater sehnt sich nach jedem seiner Kinder! Wie der Vater im Gleichnis wartet Er schon auf dem Hügel auf jedes von uns! Können wir diese barmherzige Liebe annehmen? Unsere Schatten und Abgründe IHM hinlegen - Ihn um Verzeihung bitten und dann in seine liebenden Arme fallen?
Beim “Zeit verbringen vor dem Herrn“ durfte ich die Erfahrung machen, wie gross Seine barmherzige Liebe ist, wie vieles verwandelt werden kann wenn ich bereit bin, Ihm meine dunklen Seiten hinzuhalten und Sein Licht und Seine Liebe anzunehmen!
So bin ich reich beschenkt nach Hause gekommen: das Haus war zwar noch nicht geputzt aber innerlich dafür glücklich und aufgeräumt. Mir scheint auch der Boden „meines Gartens“ ist wieder ganz weich und bereit für neues Wachstum! Vielen Dank Leo und Euch allen, die mit mir auf dem Weg waren!                                                    Jacqueline

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