Bericht Leiterimpuls-Nachmittag, 9. Juni 2018 in Waldkirch

Zeitmanagement – Ruhegebet  

Bei herrlichem Sonnenschein trafen sich etwa 40 Interessierte im Pfarreiheim in Waldkirch zu einem Referat von Rita Jung zu den beiden Themen Zeitmanagement und Ruhegebet.

Rita führte uns kompetent und sehr authentisch durch diesen Nachmittag. Dies, obwohl Rita ihre Mutter in der vergangenen Woche in Gottes Hände geben musste. Der Psalm 91 hat Rita in diesen schweren Tagen begleitet. So hat sie Kraft geschöpft, das Referat vorbereitet und uns damit bereichert.

 

Nun zum Inhalt des gut strukturierten Nachmittags, welcher auch immer wieder mit Austauschmöglichkeiten und praktischem Umsetzen aufgelockert wurde. Um die wichtigsten Punkte festzuhalten, bat Rita um die Unterstützung eines „Schönschreibers“. Roman Kreibich stellte sich zur Verfügung und schrieb die wichtigsten Punkte jeweils auf den Flipchart. So besassen wir einen roten Faden durchs Thema. 

Chronos: Wir lernten den Begriff der ablaufenden Zeit Chronos kennen. Das ist die Zeit, welche täglich dahinschreitet, das ist die quantitative Zeit.

Kairos: Die Qualität im Sinne der Zeit liegt jedoch im Kairos. Das ist die passende Zeit, der richtige Zeitpunkt. Kairos bestimmt Gott, ist die Zeit der Gnade, die Zeit, die wir im Sinne Gottes nutzen. 

Die wichtigsten Stunden bzw. der wichtigste Zeitpunkt ist die Gegenwart. 

Energieräuber: Zweifel, Unentschlossenheit, Sorgen, Angst, das Aufhalten in der Vergangenheit, Missachten der eigenen Grenzen, Vergleichen mit anderen, Aufschieben von Arbeiten etc. Diese Energieräuber verunsichern und lähmen uns. Damit dies nicht geschieht, können wir zu Gott beten und so unsere Anliegen ihm vorbringen. Wenn wir Gott alles hinlegen, werden wir unserer eigenen Identität in Christus bewusst und schöpfen so Kraft.

Zeitdiebe: Wir alle leiden häufig unter Zeitmangel. So deckten wir zusammen die wichtigsten Zeitdiebe auf. Dies sind die Stunden, welche wir vor dem Computer sitzen, Zeitung lesen, mehrere Sachen miteinander machen, im Internet surfen, Fernsehen, ungelöste Probleme und Konflikte, aufgrund der Unordnung Sachen suchen müssen, nörgeln, Süchte. Um uns nicht in unnötigen Dingen zu verlieren, müssen wir unterscheiden, welche Aufgaben uns von Gott geschickt werden und welche völlig unnötig, ja eben Zeitdiebe sind.

Der wichtigste Mensch ist derjenige, der dir gerade jetzt gegenübersteht. Wir müssen jedoch beachten: Eine Störung während meines Tagesablaufes könnte auch ein Anruf Gottes sein. Dies müssen wir immer wieder prüfen und erkennen, ob es z.B. ein Hilferuf ist.

Es gibt für alles eine Zeit. Hier einige Beispiele: fürs Gebären / fürs Sterben; fürs Weinen / fürs Lachen; fürs Arbeiten / fürs Ausruhen etc. siehe Kohelet 3,2. Wir haben die Aufgabe, uns in das von Gott gegebene Geschehen einzuordnen, d.h. Chronos einzuteilen und wichtige von unwichtigen Dingen zu unterscheiden und auf Gott zu hören. Sind alle Aufgaben nötig, die ich mache? Kann ich Aufgaben abgeben? Machen mir meine Aufgaben Freude oder belasten sie mich? Wenn mich die Aufgaben mehr belasten, als dass sie mir Freude bereiten, dann sollte ich diese abgeben und meine Talente einsetzen. Wir ehren Gott am meisten, wenn wir unsere von Gott gegebenen Talente einsetzen und mit seiner Hilfe in Aufgaben reinwachsen und so die Zeit nutzen. Wenn wir NEIN sagen, hat eine andere Person die Möglichkeit JA zu sagen.

Wir sollten Termine für unsere Prioritäten setzen und nicht Prioritäten bei den Terminen. Es ist sehr wichtig, Zeit zum Auftanken einzuplanen und das Liebesbecken aufzufüllen.

Nach einer Pause, in welcher wir mit feinem Salzigem und Süssem verwöhnt wurden, ging es mit dem 2. Teil weiter. Dieser war dem Ruhegebet gewidmet.

Ruhegebet: Ich richte mich auf Gott aus, ich lasse mich in Gottes Liebe fallen, die Gedanken sind auf Gott gerichtet. (Vergleichbar mit dem Herzensgebet) Das Ruhegebet wird am Morgen und am Abend vorzugsweise am gleichen Ort gehalten. Es umfasst am Anfang je 7 bis 10 Minuten und wird schliesslich auf 20 Minuten gesteigert.

Das Ruhegebet ersetzt das Lesen in der Bibel nicht. Der Segen des Ruhegebetes liegt in der Ausdauer, der Regelmässigkeit.

Am Schluss des 2. Teiles lernten wir das Ruhegebet in der Praxis kennen. Für die einen war es das erste Mal, andere kannten es schon. Auch hatten wir die Möglichkeit, uns auf einer Liste für eine Einführung ins Ruhegebet einzutragen.

Der Nachmittag hat mir sehr gut gefallen. Obwohl das Thema Zeitmanagement immer wieder aufgegriffen wird, habe ich nun Werkzeuge erhalten, um die Zeitproblematik von einer anderen Seite anzuschauen und zu bewältigen. Auch habe ich mich für die Einführung fürs Ruhegebet angemeldet. Ich bin sehr gespannt, denn einfach nur ruhig dasitzen und die kreisenden Gedanken wegschicken, wird eine grosse Herausforderung werden.

Rita Jung danke ich von ganzem Herzen für ihr gelungenes Referat und die wertvollen Impulse, welche ich mit nach Hause nehmen durfte.
                                                                                                                                                                                                                                                          Gaby Steiger-Schlegel

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